Windy Blindy

Augen auf beim App-Verlauf

Wer weiß, vielleicht bin ich ja der einzige Depp, aber ich dachte tatsächlich zwei Jahre lang, ich hätte die einzig wahre, gute Windy App auf meinem Tablet installiert, von der alle immer schwärmen, heißt ja schließlich auch so. Dann bin ich über diese sehr gute Einführung von Yacht.de auf YouTube gestolpert.

Das echte Windy.com

Und da ist dann der Groschen bei mir gefallen und ich habe endlich kapiert, dass es zwei Apps gibt, die zwar zum Verwechseln ähnlich benannt aber doch sehr unterschiedlich sind. Die mit dem blauen Logo, und die mit dem roten. Die Rote arbeitet mit vier verschiedenen Wettermodellen, kann angepasst werden, wie man es braucht und ist kostenlos.

Die Blaue hat eine kostenpflichtige Pro-Variante, wo dann auch vier Wettermodelle zur Verfügung stehen. Das spricht erst mal für Rot, allerdings hat Blau Tideninformationen zu bieten, schon in der Grundvariante, auch nicht schlecht.

Die Rote punktet dafür mit so vielen Ebenen, das man sich da erst mal orientieren muss. Wolken, Strömung, Wellengang, Wassertemperatur Windverhältnisse in verschiedenen Höhen, alles kein Problem. So kann man unterwegs einfach mal prüfen, ob beim Jetstream noch alles im grünen Bereich ist. Also im App-Store eurer Wahl nicht nur “windy” eingeben, und dann in einer einzigen Bewegung den Install-Button drücken, und nie mehr drüber nachdenken, so wie ich!

Besser ist, ihr installiert einfach mal beide und beurteilt am Ende selbst, welche für eure Bedürfnisse besser geeignet ist😮

Das Float-Magazin hat übrigens einen guten Artikel geschrieben, in dem verschiedenen Wetter-Apps auf den Zahn gefühlt wird, da sind nicht nur die üblichen Platzhirsche am Start, guckst du hier: https://floatmagazin.de/dinge/apps-an-bord-teil-2-wetter-apps/

Ich reise in einer Nussschale …

… was nehme ich mit?

Mit einem kleinen Boot eine große Reise machen, das stellt vor besondere Herausforderungen. Was sollte man unbedingt mitnehmen, was bleibt lieber an Land? Ich hole mir Rat bei Stefan Züst, der mit kleinen Booten schon bis in den hohen Norden gesegelt ist, und der uns mit unserem “Joghurtbecher” wertvolle Tipps gibt, obwohl er von ganzem Herzen Holzbootbauer auf der Schweizer Seite des Bodensees ist.

Podcast – Wieso? Weshalb? Warum?

Ein Podcast rund ums Segeln, schön und gut, aber warum ausgerechnet dieses Format?

Ganz einfach! Ein Podcast ist was ganz anderes als eine Sendung im Radio oder im Fernsehen. Der Macher, in diesem Fall ich, kann jede einzelne Episode genau so gestalten, wie er es wünscht. Keine Redaktion, keine Abnahmen, kein Blatt vor dem Mund, alles wird genauso veröffentlicht, wie es gerade in dem Moment entstanden ist.

Und das hört man dann auch. Podcasts sind im Idealfall wie ein Gespräch zwischen Menschen, dem man einfach zuhört, lauscht, das schafft eine Nähe, die mit klassischen Medien nicht zu erreichen ist. Nicht falsch verstehen, die haben ganz klar ihre Daseinsberechtigung, aber ein Podcast ist in seiner Unmittelbarkeit was ganz anderes. Und er ist im Handling viel praktischer als alles andere. Einen Podcast kann man nämlich abonnieren, das macht man über eine Podcast-App oder in einem Mediaplayer (bspw. itunes), der auch ein Podcast-Fach hat. Da gibt man als Suchbegriff einfach “Bootschaft” ein, dann taucht mein Machwerk sofort auf, dann einfach “abonnieren” klicken, und sobald eine neue Folge verfügbar ist, kriegt man dazu einen Hinweis. oft kann man die Folge auch gleich automatisiert runterladen und sich dann zuhause oder unterwegs anhören. Deshalb empfehle ich auch eine App fürs Smartphone, das hat man immer dabei und kann dann die Zeit mit Dingen verbringen, die mich wirklich interessieren.

Ganz nebenbei entdeckt man auf diese Art und Weise, dass es wirklich sehr, sehr viel gute Podcasts gibt, die sich mit wirklich allem beschäftigen, was man sich so ausdenken kann. Und die, die einem nicht gefallen, muss man ja nicht abonnieren.

Und noch einfacher geht es, wenn man einfach den Subscribe-Button drückt.

Wetter-Roulette – wie setze ich auf den richtigen Wind?

Segeln ist super, Hauptsache viel Sonne und kein Wind, sagt meine Freundin. Für mich darf es ruhig etwas mehr sein vom Motor für alle Segelboote, der Luft in Bewegung. Allerdings bitte auch nicht zuviel davon, denn Sturm kann in Knie zwingen, sogar lebensbedrohlich werden. So wie 1979 beim Fastnet Race durch die Irische See. Und weil wir mit unserem Törn auch genau da lang wollen, habe ich mit einem Profiwetterfrosch gesprochen, Meeno Schrader von der Wetterwelt GmbH, selbst sehr erfolgreicher Regattasegler, der als Meteorologe das deutsche Admiral’s Cup-Team und die britische Weltumseglerin Ellen MacArthur beraten hat.

Gezeitensegeln – Tipps vom Profi

“In Gezeitengewässern sind Situationen, wo 4 oder mehr Knoten Strom gegen 5 oder mehr Beaufort Wind laufen, unbedingt zu vermeiden! Das ist lebensbedrohlich!”, sagt Wilfried Krusekopf, der Papst des Gezeitensegelns. In Episode 3 von “Die Bootschaft” geht Wilfried gemeinsam mit mir unseren Törnplan durch. An welchen Ecken muss man aufpassen, welche Route macht mehr Sinn; westirische Atlantikküste oder Irische See, welcher Anker ist für Gezeitengewässer der Richtige?

Brexit – was hat das mit uns zu tun?

Seit zwei Jahren quälen sich die Briten damit, in irgendeiner Form die EU zu verlassen. Die Brexiteers haben Argumente, die Remainer auch. Aber was da auf politischer Ebene abläuft, schadet allen: dem Kontinent, aber auch der Insel.

Ich bin wirklich gespannt, wie sich der weitere politische Prozess auf unseren Segeltörn in diesem Sommer auswirken wird. Es ist ein sehr interessanter Aspekt, das einmal mehr das Meer eine entscheidende Rolle in der Geschichtsschreibung spielt. Und wir sind mit unserem Boot wohlmöglich mittendrin statt nur dabei.

Wir hatten schon einmal die Situation, dass wir mit einer Segelyacht mitten auf dem Wasser Europa gespürt haben. 2014 waren wir in der Ägäis unterwegs, und eines Nachts taten sich merkwürdige Dinge im Hafen von Symi. Später stellte sich heraus, ein Schlauchboot mit syrischen Flüchtlingen hatte sich von der Türkei aus auf den Weg in den Hafen gemacht. Da deutete sich schon an, das 2015 ein besonderes Jahr werden könnte.

Jetzt sieht es so aus, als ob wir Zeugen eines schmerzhaften Ablösungsprozesses werden könnten, denn Ende Juni als Last Exit Brexit scheint eine Option zu sein, mal sehen, wie weit die Briten dann mit ihren Vorbereitungen sind, vielleicht verdienen wir uns als kleiner Fährverkehr im Kanal ja noch etwas dazu.

Docking like a Boss

Ein Boot in Fahrt muss man tendenziell nur auf Kurs halten, beim An- und Ablegen zeigt sich dann der Pro! Das erste Video hat auch gleich eine eigentlich ernste Botschaft, dich ich auch richtig finde. Kein Alk, solange man auf dem Wasser unterwegs ist – i like!

Arbeiten wie die Profis

Beim Fliegen sind es die Starts und Landungen, beim Autofahren das Ein- und Ausparken auf dem Wasser das An- und Ablegen: am Anfang und am Ende zeigt sich, wer es wirklich drauf hat. Eine nicht ganz ernst gemeinte Kompilation von Spitzenleistungen.

Docking like a Boss – Greek Style

Im zweiten Video ist die Diskussion in den Kommentaren interessant. Die einen halten das Manöver für völlig unverantwortlich, andere finden, griechische Kapitäne seien eben immer noch die besten der Welt, da habe sich seit Odysseus eigentlich nichts geändert.

Das Boot

Wenn ihr mal einen Blick in meinen Ausweis werfen würdet, dann würdet ihr feststellen, dass da nicht “Abramovic” drin steht. Soll heißen, das Budget für den Kauf eines Bootes war bei uns durchaus nach oben hin beschränkt. nach einigem Hin und Her haben wir dann eine Beneteau First 30 Baujahr 1978 gefunden. Gepflegter Zustand, ganz gute Ausrüstung, 2 komplette Segelsätze, Sturmfock, Standheizung, AIS.

30 Fuß, das ist vermutlich für viele nicht mehr als eine Nussschale, aber immerhin, das Boot hat innen Stehhöhe,  4 Personen sollten problemlos mit diesem Boot reisen können.

Der Vorbesitzer macht da auch einen sympathischen Eindruck, so dass wir nach einigem verhandeln für 16500 € Besitzer eines Bootes waren, das auf den Namen “Crusader” hört.

Am 20. April ist Krantermin, dann wird das Boot aus der Halle gezogen und ins Wasser gelassen. Der Mast wird gesetzt und dann machen wir zusammen mit dem Vorbesitzer einen Probeschlag, bei dem die Funktionsfähigkeit des Bootes überprüft wird. Wenn dann alles in Ordnung ist, werden wir die letzte Rate überweisen und uns dann angucken, was noch zu erledigen ist. So brauchen wir für den Außenborder des Beibootes eine Halterung am Heckkorb, das laufende Gut muss überprüft werden, wir brauchen noch neue Festmacherleinen, bei Tidenhub sollten davon reichlich an Bord sein, und die Funkanlage muss auch noch mal genau getestet werden.

Besonderes Augenmerk werden wir auf den Motor des Schiffes legen, einen Volvo Penta, der 1996 eingebaut worden ist, denn in Gezeiten-Gewässern ist ein gut funktionierender, zuverlässiger Motor wie eine Art Lebensversicherung.

Und hier für die Nerds unter euch, ich weiß doch genau, das ihr da händereibend vorm Monitor sitzt, hier noch die technischen Details:

LÜA: 9,15 m; Breite: 2,86 m; Tiefgang 1,70 m; Gewicht 3,45 t
Segelfläche: 46 qm (Groß 16 qm, Genua 30 qm), Rollreffanlage Fa. Haase
Segel: 2 Großsegel, 2 Rollreffgenuas (1 triradial), 1 Sturmfock, 1 Blister, Spibaum vorhanden
Motor: Volvo Penta 2002 13 kW (18PS) mit Saildrive und Faltpropeller
Kraftstofftank 60 l, Wassertank 130 l
Navigation/Technik: GPS, AIS, DSC-UKW Funk (ICOM 505), UKW-Frequenzweiche, UKW-Radio mit Außenlautsprechern; Autopilot, Echolot, Logge, kabellose Windmessanlage, Kompass, 3 wartungsfreie Batterien (je 100 Ah), Schnellladegerät, elektrische Bilgenpumpe, Eberspächer Standheizung, Kühlaggregat, je 2 12V und 220V Steckdosen, Gasanlage mit Herd, 2 Anker
Extras: Teak im Cockpit, Badeleiter, Sprayhood mit Cockpitpersenning (neu), Rumpflackierung mit Alexseal

2017 umfangreiche Motorraumsanierung mit Überholung des Saildrives inkl. Gummimanschette, Teilüberholung des Motors, neuer Kraftstofftank, neue Schaltung, neue Auspuffanlage