Nach dem Gegenwind ist vor dem Sturm

Nach dem Ritt durch die Straße von Dover, der mit einstündigem Platzregen, Sicht unter 100 Metern, Blitz und Donner und einem aus dem Nichts auftauchenden Rennboot seinen Höhepunkt erreichte, landeten wir in Boulogne sur Mer, das wir aber am nächsten Morgen um 7 Uhr gleich wieder verließen. Die Prognose versprach einen Amwind-Anlieger, der sich aber nach drei Stunden auch schon wieder erledigt hatte, weil der Wind rapide auf eine schwache drei runter ging. So konnten wir wenigstens die Segel oben lassen und mit Maschinenunterstützung die 50 Seemeilen nach Dieppe in einem Rutsch absolvieren. In Dieppe ging es dann erstmal nicht mehr weiter, weitere 50 Seemeilen gegen an kreuzen hätten eine 20-Stunden-Schicht bedeutet und die Stadt hat außerdem sehr viel zu bieten. Eine wunderschöne Lage, einen sehr schönen Hafen und wirklich gute französische Restaurants. Und da ein Sturmtief in atemberaubender Geschwindigkeit im Anmarsch war, haben wir beschlossen, dass genau hier abzuwettern.

Hier konnten wir dann Gas, Diesel, Wasser und Vorräte nachbunkern und außerdem der französischen Käsekultur die Ehre erweisen. Wie sagte schon olle de Gaulle verzweifelt: “Wie wollen sie ein Land regieren, dass 246 Käsesorten kennt.”

Die Kalksandsteinküste ist wunderschön, aber was in Dieppe am meisten beeindruckt, ist wirklich das Wasser. Wir kamen bei Niedrigwasser an, mussten eine Landungsbrücke steil hochsteigen, um die hohe Kaimauer zu überwinden. Sechs Stunden später stand dieser Landungssteg waagerecht, wir lagen schlicht 8 Meter höher. 8.10 Meter Tidenhub bei Springzeit, und von der Verschiebung dieser gigantischen Wassermassen bekommt man außer hier und da ein bisschen Strömung nichts mit. Das war schon sehr  beeindruckend.

Die ganze Alabaster-Küste hat sehr viele schöne Ecken zu bieten, und das Sturmtief bescherte uns am nächsten Tag am Molenkopf der Hafeneinfahrt von Dieppe.

Alles weitere wie immer als Podcast: Episode 13 ist gerade raus. Bleibt dran, Ahoi.

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